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Tilman Zahn

Arbeiten aus gerissenem Papier

06.09.19 - 12.10.19

Eröffnung 06.09.19 - 18:00


Die Papierarbeiten Tilmann Zahns üben eine geradezu irritierende Anziehungskraft aus. Von Weitem erscheinen sie metallen und haben räumliche Tiefenwirkung. In ihrer konstruktiven Grundstruktur und einer Farbgebung von warmem Ocker bis zu dunklem Van-Dyck-Braun suggerieren sie das rostige Eisen verfallender Zweckbauten, Masten, Gerüste in verödeten Landstrichen oder heruntergekommenen Stadtvierteln. Ein andermal wirken sie in leuchtenden Grün-Blau-Tönen wie kupferne Kostbarkeiten mit edler Patina. Aus der Nähe erkennt man nicht nur den Trompe l’oeil-Effekt, den der Künstler auf den zusammenrollbaren Papieren erzielt, sondern auch ihren filigranen Charakter, ihre feine, mit größter Sorgfalt geschaffene Textur. Von den unregelmäßigen, gerissenen Rändern und der rauen Oberfläche der Stege wandert das Auge zu der differenzierten Farbigkeit aus mehreren Schichten, die von Bleistiftstrichen und blassen Flecken oder kompakten Tupfern lebendig durchsetzt sind. […] Damit nehmen die Exponate eine Mittelstellung zwischen Malerei und Objekt ein. Sie entstehen nach Fotografien von den zahlreichen Reisen des Künstlers, auf denen sein besonderes Interesse nicht mehr genutzten Bauten, verwitterten Schildern, Industriebrachen und anderen verwaisten Überbleibseln einer vormaligen Zivilisation gilt. […] Löst man sich von den Maßstäben des Funktionalen und Kalkulierten, des Hochglanzpolierten und Genormten, so wird die ganz eigene Schönheit solcher Transformationen sichtbar. (Martina Wehlte)