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QIU Jie - Three Guns, 2012, Bleistift auf Papier 140 x 100 cm

QIU Jie - Three Guns, 2012, Bleistift auf Papier 140 x 100 cm

QIU Jie

Shanghaï Song

16.01.20 - 28.03.20

Eröffnung 16.01.20 - 19:00


Qiu Jie greift in seiner Arbeit die Geschichte seines Lebens auf; das heißt, er teilt die prägendsten Momente seines Lebens mit dem, der seine Bilder betrachtet. Die Hinweise auf die Kulturrevolution und ihre Propaganda-Instrumente sind ebenso offensichtlich wie die von Ironie und Kontrasten geprägte Seite des „Political Pop“. Bei genauer Betrachtung kann man eine echte Sehnsucht des Künstlers nach seinem Land, sogar während jener Zeit, wahrnehmen. Qiu Jie, geprägt vom Konfuzianismus, der den sozialen Realismus und die Moral betont, sowie vom Taoismus, der der Natur und der Gelassenheit einen wesentlichen Platz einräumt, verwischt ständig die Bilder zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Ost und West, der traditionellen und zeitgenössischen Kunst. Der Maler vereint in seinem flüssigen Pinselstrich das Wesentliche der chinesischen Kalligraphie und des westlichen Stils. “ Qiu Jie, "der Mann, der von anderen Bergen abstammt", präsentiert sich während eines Interviews als chinesischer Hippie, wegen seiner Vorliebe für Provokation und seiner Äußerung von Zweifeln. Er ist sowohl ein Gebildeter dem chinesischen Verständnis nach, als auch ein Romantiker im westlichen Sinne. Wie für Marguerite Duras in "India Song" ist das Leben für Qiu Jie ein Gewirr vergangener und gegenwärtiger Stimmen und Emotionen, ein ständiges Hin und Her zwischen Kulturen und Epochen, die sie geprägt haben. Vielleicht sind das sehr präsente Rot und die Sinnlichkeit der weiblichen Figuren im Werk von Qiu Jie ein Wiederaufgreifen der Figur der Anne-Marie Stretter in Marguerite Duras‘ Film, die in ihrem roten Kleid für Provokation und Gefahr steht.