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<div>Manuel Ocampo - Tortas Imperiales, 2017, 300 x 200 cm, Öl, Acryl auf Leinwand</div>

Manuel Ocampo - Tortas Imperiales, 2017, 300 x 200 cm, Öl, Acryl auf Leinwand

Manuel Ocampo

30.06.18 - 01.09.18


Manuel Ocampos Imperiale Ohrfeige legt den Finger in die postkoloniale Wunde. Was auf den ersten Blick als grotesk-tabulose Blasphemie daherkommt, ist tatsächlich eine brilliante Aneignung von Positionen der Kunstgeschichte, die durch ihre Kombination mit Zitaten aus der Pop- und Satirekultur vielschichtige Narrationen eröffnet. 
So zeigt die in Grüntönen gehaltene Leinwand im Hauptraum der Galerie nicht nur die satirische Illustration des Gedichts The White Man‘s Burden von Rudyard Kipling, sondern auch einen theosophischen Kreis aus Quadern, die auf die Balikbayan Kartons anspielen, mit denen philippinische Migranten Präsente an die Lieben daheim schicken. Durch den Bildraum schweben gleichzeitig die Männlein, die in Ed Reinhardts Karikaturen Wohl und Wehe der abstrakten Moderne kommentieren. Nebenan, auf weißem Grund, tauft Präsident William McKinley ein wehrhaftes philippinisches Kind, während Kuba und Puerto Rico im Hintergrund eifrig die amerikanische Flagge anprobieren, um sich auf dem Siegertreppchen der besten Kolonien einen Platz zu sichern. Gesäumt wird die Szene von vier geometrischen Formen, eine Anspielung auf den Suprematismus, der das Bild zur Spielkarte werden lässt. Verknüpfungen von vermeintlichen Haupt- und Nebenhandlungen legen Fährten, die einander bildreich kommentieren. So kommen hier sowohl Allegorien aus dem Œuvre von Martin Kippenberger, Francis Picabia, Francisco de Goya, Paul Klee und Kasimir Malewitsch zum Einsatz als auch Charaktere aus Disneyfilmen und der Heavy Metal Szene. Schier endlos lassen sich diese Bilder vom zuerst erkannten Symbol oder Zitat so in die Tiefe lesen. 
Als nomadisch wird der Weg Manuel Ocampos, der auf den Philippinen geboren ist und in Kalifornien und Sevilla gelebt hat, gerne beschrieben, um darin den Ursprung seiner umfangreichen Ikonographie zu sehen. Die Galerie Bärbel Grässlin zeigt mit Tortas Imperiales die fünfte Ausstellung mit Manuel Ocampo, dessen Arbeiten unter anderem auf der documenta IX sowie auf der 49. Und 57. Biennale in Venedig zu sehen waren.  (Marina Rüdiger)