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Eberhard Steneberg

Zwischen allen Stühlen

03.06.20 - 09.05.21


Zwischen allen Stühlen“ - eine Retrospektive der Werke des 1996 gestorbenen Frankfurter Malers aus der Sammlung Lambrette. Seit über zehn Jahren präsentiert das Institut für Stadtgeschichte öffentlichkeitswirksam die Werke Frankfurter Künstler in musealem Rahmen. Die Bilder von Eberhard Steneberg werden bis zum 9. Mai 2021 in den Foyers des Karmeliterklosters zu sehen sein.
1914 in Weimar geboren, übersiedelte Steneberg 1947 in den Westen, wo er sich politische und geistige Freiheit für sein Schaffen erhoffte. 1951 ließ er sich in Frankfurt nieder und wirkte hier als freier Künstler und Kunsthistoriker. Mit seiner abstrakten Malerei orientierte sich Steneberg an Robert Delaunay und den Bauhauskünstlern, er nutzte Techniken von Lyonel Feininger – und schuf einen eigenen, faszinierenden Stil, mit leuchtenden Farben und einem Gegen- und Nebeneinander von unterschiedlichen Elementen.
Die Abstraktion schützte sein OEuvre vor politischen oder ideologischen Zuschreibungen, aber unpolitisch war es nicht. So griff der Künstler die Spannungsverhältnisse auf, die das moderne Leben um ihn herum darbot. Insbesondere die Nordweststadt, wo er seit 1966 lebte und arbeitete, regte ihn zu zahlreichen Arbeiten an. Obwohl Steneberg das liberale Klima Frankfurts schätzte, verhielt er sich kritisch gegenüber den gesellschaftlichen Entwicklungen der Nachkriegszeit. So verschaffte er mitten im „Kalten Krieg“ 1959 der Russischen Avantgarde mit einer aufsehenerregenden Ausstellung im Karmeliterkloster eine Bühne.