«ZURÜCK
Bea Emsbach – Fellchen, 2019, Aquarell, 30 x 40 cm. © Bea Emsbach/VG Bild Bonn

Bea Emsbach – Fellchen, 2019, Aquarell, 30 x 40 cm. © Bea Emsbach/VG Bild Bonn

Bea Emsbach

Vor Deiner Haut beginnt die Fremde

05.04.19 - 04.05.19

Eröffnung 05.04.19 - 18:00


Die Darstellung eines Individuums mit allen seinen Besonderheiten, aber auch das sich Einfügen und Behaupten in der Gruppe sind durchgehende Themen im Werk von Bea Emsbach. Die Haut ist ein Symbol für Grenzsetzung und gleichzeitig für Berührungspunkte. Die Idee, dass vor der eigenen Haut die Fremde beginnt, nimmt Bea Emsbach ernst, lässt dieses Statement jedoch nicht unkommentiert. Schon in früheren Bildern diente ihr die Haut zur Identitätsfindung. Mitunter wurde sie wie Kleidung abgestreift, um ein anderes überraschendes Selbst hervor zu kehren. Waren ihre Menschen einzeln und in Gruppen vornehmlich nackt und ohne Kopfbehaarung dargestellt, ist nun der Körper der sich einzeln auf dem Blatt behauptenden Menschen auffällig mit Haaren bedeckt. Ein wildes, animalisches Element kommt zur zivilisierten Menschdarstellung hinzu. Dabei greift Bea Emsbach auf Bildfindungen zurück, die wir aus der Kunstgeschichte schon kennen: Ein schamhaft-verführerisch vor dem Körper getragener Schleier, ein sich ausbreitender Schutzmantel oder ein Sprungtuch, wie man es beispielsweise von Goya kennt. Die Verfremdung des Gewohnten lässt originelle Individuen entstehen, die zeigen, wie vertraut und anziehend das Fremde sein kann.