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Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht

Ken Lum

Necrology

26.11.16 - 25.02.17

Eröffnung 26.11.16 - 11:00


Ken Lums neueste Arbeiten sind eine Ableitung heutiger Nachrufe, wie man sie etwa in Lokalzeitungen findet. Diese Kurztexte über ‚gelebtes Leben‘ hat Lumübernommen, jedoch zusammengestellt und ausgestaltet im Stil des Frontispiz eines Romans oder Theaterstücks aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Arbeiten wurden durch eine Zufallsentdeckung inspiriert, das Titelblatt des Philadelphia Inquirer nach dem Attentat auf US-Präsident Abraham Lincoln. Die Gestaltung des Layouts mit radikal verschiedenen Schriftarten weckten das Interesse des Künstlers ebenso wie die Abhandlung von Lincolns Leben in pointierten ‚Unterüberschriften‘, die sich über die gesamte Titelseite erstrecken und sich wie Kapitelüberschriften eines Menschenlebens lesen. Die nichtproportionalen Schriften, seltsam wechselnden Zeilenabstände und verschiedenen Schriftsätze muten aus heutiger Sicht einerseits befremdlich an, gleichzeitig haben sie auch eine ‚frische‘ Wirkung, so als ob jeder Buchstabe, jedes Wort und jede Zeile einen eigenen vitalen Organismus bildeten. Solche Verfahren in der Darbietung von Texten begegneten einem früher öfters, beispielsweise in Theaterprogrammheften oder Innentiteln von Romanen. Ken Lum empfindet das Verschwinden dieser Darstellungsformen und der damit verbundenen Vorstellungen als einen Verlust literarischer Tradition. Mit seinen Arbeiten setzt der Künstler sein langjähriges Projekt fort, Subjektivität durch verschiedene konzeptionelle Strategien zu evozieren.

Installationsansicht

Installationsansicht

Irene Peschick

Zeit – zerstreut

09.09.16 - 29.10.16

Eröffnung 09.09.16 - 18:00


In der vierten Einzelausstellung von Irene Peschick zeigt die Galerie frühere und ganz neue Werke der 1937 in Kassel geborenen Künstlerin. Eine Begegnung mit ihr ist auch heute noch eine Überraschung, da sie dem Zeitgeist des Kunstbetriebes überhaupt nicht entspricht. Sie entzieht sich weitgehend dem Lärm und der Hektik der heutigen Kunstwelt. Aber sie ist sehr aktuell mit Eigen-Sinn.
Wenn man ihr bei der Arbeit zuschaut, bedarf es einer großen Aufmerksamkeit des Besuchers. Sie zeichnet mit hoher Konzentration und beachtlicher Geschwindigkeit, gelenkt von Erinnerung, Inspiration und Energien. Aus einer großen Menge von Blättern selektiert sie in einer Mischung aus Intuition und Reflexion. Spontaneität bei gleichzeitiger Distanz ist ein Grundmotiv ihrer Arbeitsweise. In ihrer Präsentation und Technik ist sie zum Teil fast leicht-sinnig, in diesem Leicht-Sinn aber perfekt. Irene Peschick fällt durch alle Raster von Klischees. Sie ist zwar in weiten Teilen abstrakt, lässt aber sowohl in den Zeichnungen als auch in ihren Fotos reichlichen Raum für Assoziationen zu.

Joachim Schumacher

Neue Arbeiten

02.07.16 - 27.08.16


Altan Eskin

Shelters

16.04.16 - 25.06.16

Eröffnung 16.04.16 - 11:00


Altan Eskin führt den Betrachter aufs Glatteis oder vielmehr auf die spiegelnde Oberfläche wenig bewegter Seestücke. So besteht der überwiegende Teil des Bildes aus (Wasser-) Spiegelung, während die tatsächliche Umgebung nur einen kleinen Teil des Bildes einnimmt.Darüber hinaus stellt der Künstler die Welt auf den Kopf und das Spiegelbild auf die Beine, indem er die Ansicht um 180 Grad dreht.
Die Bildwirklichkeiten präsentieren sich somit auf verschiedenen Ebenen und verweisen letztlich auf die Diskrepanz zwischen Wirklichkeit und Abbildungswirklichkeit. Altan Eskin lädt den Betrachter ein, genau hinzusehen, seinem ersten Blick nicht zu trauen, und fordert ihn damit auf, seine eigene Wahrnehmung zu überprüfen.

aus der Serie Nail Houses

aus der Serie Nail Houses

Peter Bialobrzeski

Neue Arbeiten

23.01.16 - 26.03.16

Eröffnung 23.01.16 - 11:00


Nail Houses, wie Nägel aus einem Stück Hartholz, die sich weder ziehen noch einschlagen lassen, ragen sie empor. Sie erheben sich wie Trutzburgen gegen die zahlreichen Immobilien und Infrastrukturprojekte von Behörden und Bauherren.

Auf dem Höhepunkt der Griechenland Krise im Frühjahr 2015 verbringt Peter Bialobrzeski zehn Tage in Athen. Seine fotografische Untersuchung des Stadtraums mit dem Titel „Athens Diary“ tritt in Dialog mit den medial omnipräsenten Bildern des Syntagma Platzes, übermüdeten Syriza Politikern und Rentnern vor leeren Geldautomaten.