«ZURÜCK
Peter Steinforth - Ohne Titel, 1963, Pitkreide

Peter Steinforth - Ohne Titel, 1963, Pitkreide

Geste, Abstraktion und Informel

Malerei und Skulptur der 60ziger Jahre in Darmstadt

15.10.17 - 23.03.18

Eröffnung 15.10.17 - 11:00


Nach Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich um 1960 ein zweiter künstlerischer Aufbruch, in, für Darmstadt unbekanntes Neuland: die Abstraktion! Galt der erste kulturelle Aufbruch nach 1945, in einer völlig zerstörten Stadt, der Musik, der Literatur und dem Theater, so etablierten sich, in einer Welt der figurativen und gegenstandbezogenen Kunst, relativ spät und gegenüber anderen Regionen zeitverzögert, die gestischen Maler, die Abstrakten, die Informellen: Aus Berlin, Brüssel, Bremerhaven und Siebenbürgen, aus Zeitz und Amerika, aber auch aus Darmstadt, fanden die abstrakten Maler und Bildhauer zusammen, um hier Gegenstand und Realismus durch gestische, konstruktive und informelle Kunst abzulösen.

Es entstand keine Künstlergruppe, wie „SPUR“, „CoBrA“, „Wir“ oder wie die Gruppe der Frankfurter Informellen der „Quadriga“. In Darmstadt wirkten Einzelkünstler, die hier im Verbund eine starke Position der Abstraktion begründeten, die mit unserer Ausstellung zum ersten Mal in diesem Umfang gewürdigt wird. Künstlernamen wie Peter Steinforth (1923-1981), Paul Fontaine (1913-1996), Etzel Klomsdorff (1920-1985), Bruno Erdmann (1915-2003), Wolf Hoppe (1920-1992), H. O. Müller-Erbach (1921-1984), Robert Preyer (1930-2014), Roswitha von Blumenthal (1926-2012), Charlotte Prinz (1904-1993), Georg von Kováts (1912-1997) und Helmut Brinckmann (1912-1994) stehen für malerische Geste, große, abstrakte Form und für eine erklärte Nonfiguration.

Gerd Winter - o. T., 1996, Mischtechnik auf Leinwand

Gerd Winter - o. T., 1996, Mischtechnik auf Leinwand

Geschenkt, Gestiftet und Erworben

Schenkungen und Neuzugänge des Kunst Archivs

23.04.17 - 22.09.17

Eröffnung 23.04.17 - 11:00


In der Ausstellung zeigt das Kunst Archiv Neuzugänge, die zuvor noch nie ausgestellt
waren, wie Arbeiten von Ludwig von Löfftz, Heinz Heim, Karl Thylmann, Hermann Geibel, Alexander Posch, Anna May-Haas, Bruno Erdmann, Ernst Vogel, Fanny Wolfskehl, Eberhard Schlotter, Helmut Lortz, Peter Steinforth, Helga Föhl, Gerd Winter u.a.

Für jedes einzelne Kunstwerk übernimmt das Kunst Archiv Darmstadt e.V. eine große
Verantwortung und stellt die gestifteten Arbeiten regelmäßig in sinnvollen Zusammenhängen aus. Die Ausstellung ist den Donatoren und Förderern gewidmet.

Karl Scheld - Schlachtfeld, 1917, Tusche

Karl Scheld - Schlachtfeld, 1917, Tusche

Nie wieder Krieg - Künstler im Ersten Weltkrieg

Malerei, Arbeiten auf Papier, Dokumente und Fotografien

23.10.16 - 31.03.17

Eröffnung 23.10.16 - 11:00


Innerhalb des großen fünfteiligen Ausstellungsprojekts zu Ludwig Meidner anlässlich seines 50. Todesjahres, zeigt das Kunst Archiv Darmstadt e.V. Meidner als hellsichtigen Seismographen seiner Epoche. Er malte und zeichnete als einer der wenigen Künstler seiner Zeit visionäre apokalyptische Landschaften und Schlachtfelder, lange bevor der Erste Weltkrieg ausbrach. Die unvorstellbare Welterschütterung bringt er eindrucksvoll und realistisch ins Bild. Karl Deppert arbeitete mitten im Kriegsgeschehen und zeichnete und radierte die vorher noch nie erlebte Grausamkeit der Welt- und Menschzerstörung. Karl Thylmann der 28-jährig vor Verdun Opfer des Ersten Weltkriegs wurde, setzte seine Kriegserlebnisse völlig anders um. Der als romantisch beschriebene Jüngling schnitt in Holz, zeichnete und schrieb Gedichte.

Die Ausstellung des Kunst Archivs, die bis zum 31. März 2017 zu sehen ist, will das grausame Erlebnis des 1. Weltkrieges aus sehr unterschiedlicher künstlerischer Sicht zu Tage fördern, begleitet von Tagebuchaufzeichnungen, Texten, Briefen und Fotos. Alle beteiligten Künstler haben einen Bezug zu Darmstadt oder der Region.

Zwischen Neuer Sachlichkeit und experimentellem Aquarell

Der Darmstädter Maler Willi Hofferbert (1896-1972)

22.05.16 - 30.09.16


1945 war Willi Hofferbert Mitbegründer und von 1951 bis 1953 Geschäftsführer der Neuen Darmstädter Sezession. Von 1947 bis 1961 gab er sein Wissen in der Farbenlehre und Farbgestaltung an der Darmstädter Werkkunstschule unzähligen Schülern weiter. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf  Hofferberts Wachs/Aquarell-Technik, die der Künstler experimentell erarbeitete und zur Meisterschaft brachte. Damit entwickelte er konsequent seit der Nachkriegszeit ein eigenständiges Werk, das zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit angesiedelt ist, voller malerischer Überraschungen. Die Ausstellung umfasst rare, kaum gezeigte Ölbilder aus den 20er Jahren und ebenso die wenigen Ölbilder der Nachkriegszeit. Im Zentrum der Präsentation stehen die Aquarelle zum Thema Stadtzerstörung, Landschaft, Stillleben und Abstraktion. Zeichnungen, Skizzen und Dokumente zu Leben und Werk ergänzen die Ausstellung zu einer sinnvollen Retrospektive.

„Die Dachstube“ | „Das Tribunal“

Spätexpressionismus in Darmstadt - Druckgraphik, Malerei, Plastik, Literatur und Parallelprogramm

25.10.15 - 29.04.16

Eröffnung 25.10.15 - 11:00


Die Geschichte der Gründung „Der Dachstube“ ist atemberaubend in ihrer Kuriosität und Einmaligkeit im Kontext des Deutschen Expressionismus: Fünf Schüler des Ludwig-Georgs-Gymnasiums gründeten vor 100 Jahren, am 6. August 1915 die Vereinigung „Die Dachstube“. Neben Joseph Würth, dem späteren Druckerverleger und Inhaber des Darmstädter Verlages, gehörten F. C. Lehr, Ludwig Breitwieser, Karl Roller und Ernst Müller zu den Gründungsmitgliedern. Am Gründungstag erschien das erste Flugblatt gleichen Namens, das bis 1918 stolze 65 Ausgaben vorlegte. Der Kreis um „Die Dachstube“ vergrößerte sich zu einer Gruppe mit erstaunlicher Konzentration lyrischer und bildkünstlerischer Begabungen, zu denen Leonhard Schüler, Theodor Haubach, Hans Schiebelhuth, Carlo Mierendorff, Carl Gunschmann, Herman Keil u.a. gehörten. Auch die älteren Darmstädter Schriftsteller Kasimir Edschmid und Wilhelm Michel sympathisierten mit der „Dachstube“ und arbeiteten mit. Nach dem Ende des Flugblattes „Die Dachstube“ – parallel erschienen zahlreiche Einzelpublikationen, handgedruckt mit original-graphischen Illustrationen, bibliophile Drucke in kleinen Auflagen, die alle in der Ausstellung zu sehen sind – gab Carlo Mierendorff von 1919 bis 1921 die politisch orientierte Zeitschrift „Das Tribunal“ heraus, in dem die wichtigsten geistigen Köpfe Deutschlands zu Wort kamen und das zeitweise als Organ der europäischen Clarté-Bewegung fungierte.

Donnerstag 4. Februar 2016, 19 Uhr: Ernst Moritz Engert und Josef Eberz – Zwei Limburger Künstler in Darmstadt Vortrag von Franz Josef Hamm, Limburg

Donnerstag, 3. März 2016,  19 Uhr: „Reiter auf Brücken im Sturm – Zum Expressionismus im Rhein-Main-Gebiet; Vortrag von Dr. Christoph Otterbeck, Marburg