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Axel Anklam, Inside, 2015, Edelstahl, 270 x 93 x 81 cm, Skulpturenachse Eschborn, Courtesy Galerie Rothamel

Axel Anklam, Inside, 2015, Edelstahl, 270 x 93 x 81 cm, Skulpturenachse Eschborn, Courtesy Galerie Rothamel

Axel Anklam

Aurum - Skulpturen

09.09.16 - 05.11.16

Eröffnung 09.09.16 - 19:00


Der Bildhauer Axel Anklam arbeitet mit der Lichtwirkung und der Atmosphäre des Umgebungsraums - je nach Position des Betrachters verändern seine Skulpturen aus transparenten oder opaken Materialien ihren Ausdruck. Zugleich sind sie von innerer Harmonie durchdrungen. Mit Hilfe der Konsonanz-Studien des Pythagoras bringt Anklam sie zum Klingen: Per Monochord übersetzt er Tonhöhen in Streckenlängen und baut diese in seine Konstruktionen ein.
Anklams abstrakte Skulpturen knüpfen durch die Titel seiner Werke eine Verbindung zur Realität unserer Welt und zum Betrachter. Sie nutzen diesen Zugang, um die zahlreichen Ebenen und Parallelwelten im angebotenen Kunstraum auszuloten.

Wieland Payer, Angermuseum Erfurt, 2016. Foto: Dirk Urban

Wieland Payer, Angermuseum Erfurt, 2016. Foto: Dirk Urban

Wieland Payer

Waldstaub

24.06.16 - 03.09.16

Eröffnung 24.06.16 - 19:00


Payers Pastelle bekennen sich zu jener Krise des Bildbegriffs, die sich im gestörten Verhältnis zwischen dem Bild der Natur und der Natur des Bildes ausspricht. Dass Bilder Konstruktionen von Welt sind, durchzieht als Gewissheit alle Epochen, sonst gäbe es keine Stilgeschichte. Das zu würdigen und zu kategorisieren, arbeiten sich die Kunsthistoriker seit 200 Jahren ab. Konstruieren jedoch zum alleinigen Gegenstand der Kunst zu machen, ist das Ermächtigungsgesetz der Moderne.

Wieland Payer, der studierte, als dies alles schon Konsens war, wandert statt durch Landschaften durch die Kunstgeschichte wie durch ein Depot, ohne die Not, sich irgendwie legitimieren oder rechtfertigen zu müssen. Er entnimmt ihr, was er an Bildrequisiten braucht, um raffinierte Stimmungskulissen hinzuzaubern, auf die wir erwartungsgemäß reagieren. Als brillanter Zeichner baut er eine Sphäre der Überwältigung, des schönen Scheins und der Traumseligkeit auf. Sie zieht den Betrachter magisch an, bis er erwacht. Und wenn Hölderlin darum bittet, nur möglichst nicht zur Unzeit geweckt zu werden, könnte man sagen, dass Payer seine Bilder genau für diese Unzeit macht.

Vom 2. August bis 3. September öffnet unsere Galerie nach Vereinbarung.

Ulrike Theusner - Hortus Conclusus, 2016, Tusche auf Papier, 200 x 350 cm

Ulrike Theusner - Hortus Conclusus, 2016, Tusche auf Papier, 200 x 350 cm

Ulrike Theusner und Dana Meyer

Welcome to Paradise

29.04.16 - 18.06.16


Ulrike Theusner und Dana Meyer (beide *1982) gehören einer Generation an, die eine Welt ohne Wunder geerbt hat. Zugemüllt und überlaufen, das ist der aktuelle Zustand des Planeten. Das Paradies kommt bestenfalls im Glashaus vor oder als Touristenfake. Das schöne Wort „Südpazifikexpedition“ funktioniert glänzend als nostalgische Reminiszenz. Den beiden Künstlerinnen gelingt mit virtuosen Mitteln eine meisterhafte Bestandsaufnahme des mentalen Zustandes ihrer Generation.

Rodion Petroff - Anima O 27, 2013, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm

Rodion Petroff - Anima O 27, 2013, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm

Rodion Petrov

Light Perception

04.03.16 - 16.04.16

Eröffnung 04.02.16 - 19:00


Rodion Petroffs Malerei wirkt zunächst fotorealistisch. Bei näherer Betrachtung tritt eine eigene Bildrealität hervor, die auf die analytischen Psychologie von Carl Gustav Jung, speziell seine Archetypenlehre referiert. Einer der wichtigsten Archetypen Jungs ist die Anima, die innere Persönlichkeit, „weibliche Seite“, die Seele im psychischen Apparat. Literarisch tritt die Anima beispielsweise als Helena in Goethes Faust in Erscheinung.
 
In Petroffs Werken trägt sie immer gleiche Gesichtszüge, die jedoch durch „archetypische Projektionen“, „Interferenzen“ und „Formungen“ überblendet werden. Details des Antlitzes entziehen sich dem Betrachter, andere werden von grellen Lichtmustern aus dem Dunkel gerissen. Die Lichterscheinungen erinnern an Lightshows in Diskotheken, welche die Anwesenden mystifizieren, kollektive Handlungsmuster (den Tanz) begleiten und die Trennung in Persona (Maske) und Schatten (die dunkle Seite) aufheben.

Hiroyuki Masuyama - Caspar David Friedrich, Der Watzmann, 2007, LED Lightbox, Unikat, 136 x 170 x 6 cm

Hiroyuki Masuyama - Caspar David Friedrich, Der Watzmann, 2007, LED Lightbox, Unikat, 136 x 170 x 6 cm

Hiroyuki Masuyama

Fotografie

22.01.16 - 27.02.16

Eröffnung 22.01.16 - 19:00


In einer umfangreichen Werkfolge widmet sich Hiroyuki Masuyama (1968 in Tsukuba / Japan) dem bedeutendsten deutschen Landschaftsmaler der Romantik: Caspar David Friedrich (1774-1840). Auf seinen Reisen zu den Orten, Bergen, Gipfeln und Küsten, die Friedrich in seinen Titeln nennt, muss Masuyama jedoch feststellen, dass die Sehenswürdigkeiten und Landschaften nicht mehr in der Weise vorhanden sind oder nie existierten. Masuyama erfährt, dass auch Friedrich nicht das gemalt hat, was er sah, sondern dass er seine Eindrücke im Atelier verdichtete und das endgültige Werk aus der Natur, seinen Skizzen und seinen Absichten entstand.
 
Masuyamas Fotografien zu Caspar David Friedrich sind das Ergebnis einer völligen Neukomposition aus tausenden Aufnahmen, die Masuyama teilweise in jenen Regionen aufnimmt, an denen Friedrich einst seine Inspirationen sammelte. Masuyama erarbeitet seine Fotografien nach Studien und Skizzen mit Hilfe der digitalen Fototechnik und feilt an seinen Bildern, bis eine täuschende Ähnlichkeit entsteht, obwohl die Motive keineswegs identisch sind. (Erik Stephan)