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Meuser - Ohne Titel, 2017, Stahl, Öl, 60 x 60 x 35 cm

Meuser - Ohne Titel, 2017, Stahl, Öl, 60 x 60 x 35 cm

Meuser

Abwasser

20.01.18 - 03.03.18


Imi Knoebel

VEB Kontor

11.11.17 - 13.01.18

Eröffnung 10.11.17 - 19:00



VEB Kontor ist die titelgebende Installation der aktuellen Ausstellung Imi Knoebels in der Galerie Bärbel Grässlin. Sie nimmt den hinteren Teil des Galerieraums komplett für sich in Anspruch. Sie besteht aus zehn Paletten des in Transportfolie gepackten Allzweckreinigers IMI „gegen groben Schmutz“, Kehrwalzen, Hartfaserplatten in Form von Kuben und Bildern und aus einem orangenen Trapez aus Aluminium, das sich dem aufschauenden Betrachter entgegenneigt und über allem wie eine untergehende Sonne thront.

Auch wenn in und unter den Kuben des Vorraums aktuelle Aluminiumarbeiten gezeigt werden, dominieren die Hartfaserplatten das Bild. Sie waren schon immer da. Schon immer, das heißt seit den späten sechziger Jahren.
Damals war die Hartfaserplatte das erste Material, das zwischen dem Schwarz des Stifts und dem Weiß des Papiers eine Nuance bot. Eine warme Farbe und gleichzeitig ein Material mit einer festen Verbindung zur realen Welt außerhalb der Akademie. Sie wurde zum elementaren Bestandteil der Installation Raum 19, Imi Knoebels erster raumgreifender Arbeit, die aus Skulpturen und Bildern aus ebendiesem Material bestand. Als Teil der Installation VEB Kontor erinnern die Hartfaserplatten daran. Als Bilder an der Wand jedoch lassen sie die Faszination für das Material greifbar werden. Denn sie sind gezeichnet. Nicht von Künstlerhand, sondern von der Maschine, die die Holzmaische in Form presste und so eine ungleichmäßig-flockige Maserung entstehen ließ und von der Zeit, die unterschiedliche Lagerspuren als helle und dunkle Schatten hinterließ.

Günther Förg

84-90

09.09.17 - 31.10.17

Eröffnung 08.09.17 - 18:00


Was in der Galerie Bärbel Grässlin im Moment zu sehen ist, sind wie der Titel schon sagt Arbeiten von Günther Förg, die in den Jahren zwischen 1984 und 1990 entstanden sind. Es sind Fotografien und Malereien auf Leinwand, Blei, Holz, Papier und im Raum.

Die Malerei ist abstrakt, und dies nicht in einem Sinne, der sich gegen die Figuration behaupten möchte oder etwa müsste. Es ist eine Abstraktion, die den Kämpfen derer, die sich darum streiten mussten, „ob dies Kunst sei“, den Rücken zudreht und sich bedient, an ihrer unerschöpflichen Palette an Form- und Farb- und Materialmöglichkeiten. Dabei geht es keinesfalls wahllos zu, im Gegenteil! Vielmehr findet hier ein Rückblick statt, der sich damit auseinandersetzt, was damals übersehen wurde, als in den 60er Jahren plötzlich Spezifizität groß und Indexikalität klein geschrieben wurden. Zu sehen ist jedoch kein erhobener postmoderner Zeigefinger, der eine widerlegte Ideologie gegen eine neue ersetzt, sondern eine Begeisterung für abstrakte Malerei, die selbstreferentiell und gleichzeitig grenzüberschreitend ist. So trennen sich Günther Förgs Arbeiten auch nicht vom Realraum, um dem Betrachter etwa in einem Raum zweiter Ordnung zu begegnen, sondern funktionieren in und mit dem Hier und Jetzt. Das Hier ist der Galerieraum, in dem die farbige Wandmalerei in direktem Bezug zur Treppe steht, die auf der Fotografie daneben beschritten wird und das Jetzt ist der Moment, in dem sich der Betrachter selbst in der Spiegelung der gerahmten Fotografie entdeckt.

Günther Förg (1952–2013) hatte vor über dreißig Jahren seine erste Einzelausstellung in der damaligen Galerie Grässlin-Ehrhardt und arbeitete seitdem eng sowohl mit der Galerie Bärbel Grässlin als auch mit der Galerie Heinrich Ehrhardt in Madrid zusammen. 1992 nahm er an der von Jan Hoet kuratierten documenta IX teil und erhielt 1996 den Wolfgang-Hahn-Preis.

Christa Näher - Spinnenhirn, 2017, Öl auf Leinwand, 280 x 180 cm

Christa Näher - Spinnenhirn, 2017, Öl auf Leinwand, 280 x 180 cm

Christa Näher

Spinnenhirn

04.07.17 - 02.09.17


Pferde und Hunde, Skelette, Zentauren, Totenköpfe, der Fluss der Unterwelt, ein Hirsch und eine Spinne. Christa Näher bringt auf ihre großformatigen Leinwände Motive, die von einer individuellen Mythologie erzählen. Es sind Szenen und emblematische Ikonenbilder, die methaphorisierend, lieblich aber auch derb scheinbar historische Motive in die Jetztwelt holen.

Ihre Malerei und Themen lassen an Johann Heinrich Füssli oder Francisco de Goya denken. Die Präsenz des Todes, die das Leben begleitet, sowie fratzenhaften Skelette und Monster, die Mark und Bein erschüttern. In Christa Nähers Bildern finden sich immer wieder Wirbel, in denen alles verschwimmt, Taumel, die ausdrucksvolle Motive kippen lassen, und Tänze, die Leben und Tod einander näherzubringen scheinen. Ein anmutiger Hirschkopf thront über einem blutroten Blumenkelch, aus dem ebenso rote lange dünne Spinnenbeine ragen. Der Hirsch, der „Herr der Tiere“, blickt darüber erhaben hinweg in die Ferne. Dieser Blick findet sich auch in anderen Tierdarstellungen der Ausstellung. Die Gesichter der Menschen scheinen sich einer Konkretisierung zu verwehren, sie werden nie zu einer bestimmten Person und bleiben doch Mensch. Die Tiergesichter hingegen sind detailliert ausformuliert, ihre Mimik wirkt mal furios, wutstobend, mal ängstlich zweifelnd, strahlt aber stets eine archaische Präsenz aus. Die kraftstrotzenden Pferdeleiber zeigen sich als Beschützer und Kämpfer und stellen sich dem gekrönten Tod gar selbst.

Michael Beutler

20.05.17 - 17.06.17

Eröffnung 19.05.17 - 19:00


Im Mittelpunkt von Michael Beutlers Arbeiten steht stets eine Protomaschine, mit der Materialien bedruckt, geknäult, umwickelt, gefalzt oder gewebt werden. Mit ihnen produziert er Installationen, die Architekturen betonen, kommentieren, neue Aspekte sichtbar machen. Steht die Maschine still, wird sie selbst zum skulpturalen Element der Gesamtinstallation und bezeugt den Produktions-prozess. In der aktuellen Ausstellung in der Galerie Bärbel Grässlin ist die Situation nun umgekehrt. Hier zeugen Skulpturen, Materialien, Skizzen, Modelle und Fragmente von abgeschlossenen, zukünftigen und potentiellen Arbeiten.

So wird etwa der Galerieraum durch Michael Beutlers Skulpturen aus Papierwürsten strukturiert. Sie bestehen aus zu Quadern komprimierten Papieren, die über die letzten drei Jahre bei seinen Ausstellungen in Brüssel, Nottingham und Bristol mit Hilfe einer Apparatur, die an einen horizontalen Rammbock erinnert, produziert wurden. An der Rückwand des Galerieraumes sind Entwürfe, Materiallisten, Ablaufpläne und Konzeptskizzen auf Papieren zu sehen, die ebenfalls in Nottingham entstanden sind. Auch tummeln sich im Raum Lampen, deren Füße mit Garn umwickelt sind, wie Michael Beutler es schon bei einer seiner ersten Einzelausstellungen 2003 in der Galerie Michael Neff gemacht hat. Das Papier der Lampenschirme wurde während eines Workshops in Japan ebenfalls mit Hilfe einer eigens entwickelten Druckmaschine produziert. So funktioniert die Ausstellung nicht als Rückblick auf Maschinen, Raumkonstruktionen und Arbeiten, die bereits realisiert wurden, sondern macht vielmehr das gleichzeitige Vor- und Zuhandensein seiner Techniken und Materialien sichtbar.

Michael Beutler bespielte letztes Jahr mit seiner Ausstellung Moby Dick die Haupthalle des Hamburger Bahnhofs in Berlin. In diesem Sommer nimmt er zum ersten Mal an der Biennale in Venedig teil. In einem der oberen Kuben der Galerie befindet sich das Modell für die in Bassins schwimmende Werfthalle, die er dort im Außenbereich des Arsenale realisierte. Der gesamte Bau ist, entsprechend japanischer Bauphilosophie, ohne Verwendung von Nägeln oder Schrauben zusammengefügt. Seine Dimensionen lassen sich anhand der Fassadenfragmente nachvollziehen, die an den Glasscheiben des Raumes lehnen. Die Wände des Gebäudes sind aus dünnen Holzstreifen gewoben, die das Licht und die Luft hindurchlassen. So wurde nicht nur verhindert, dass sich das schwimmende Haus durch den Wind zu stark bewegt, es wird auch eine Verbindung zwischen Innen- und Außenraum hergestellt. (Marina Rüdiger)