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Christa Näher - Spinnenhirn, 2017, Öl auf Leinwand, 280 x 180 cm

Christa Näher - Spinnenhirn, 2017, Öl auf Leinwand, 280 x 180 cm

Christa Näher

Spinnenhirn

04.07.17 - 02.09.17


Pferde und Hunde, Skelette, Zentauren, Totenköpfe, der Fluss der Unterwelt, ein Hirsch und eine Spinne. Christa Näher bringt auf ihre großformatigen Leinwände Motive, die von einer individuellen Mythologie erzählen. Es sind Szenen und emblematische Ikonenbilder, die methaphorisierend, lieblich aber auch derb scheinbar historische Motive in die Jetztwelt holen.

Ihre Malerei und Themen lassen an Johann Heinrich Füssli oder Francisco de Goya denken. Die Präsenz des Todes, die das Leben begleitet, sowie fratzenhaften Skelette und Monster, die Mark und Bein erschüttern. In Christa Nähers Bildern finden sich immer wieder Wirbel, in denen alles verschwimmt, Taumel, die ausdrucksvolle Motive kippen lassen, und Tänze, die Leben und Tod einander näherzubringen scheinen. Ein anmutiger Hirschkopf thront über einem blutroten Blumenkelch, aus dem ebenso rote lange dünne Spinnenbeine ragen. Der Hirsch, der „Herr der Tiere“, blickt darüber erhaben hinweg in die Ferne. Dieser Blick findet sich auch in anderen Tierdarstellungen der Ausstellung. Die Gesichter der Menschen scheinen sich einer Konkretisierung zu verwehren, sie werden nie zu einer bestimmten Person und bleiben doch Mensch. Die Tiergesichter hingegen sind detailliert ausformuliert, ihre Mimik wirkt mal furios, wutstobend, mal ängstlich zweifelnd, strahlt aber stets eine archaische Präsenz aus. Die kraftstrotzenden Pferdeleiber zeigen sich als Beschützer und Kämpfer und stellen sich dem gekrönten Tod gar selbst.

Michael Beutler

20.05.17 - 17.06.17

Eröffnung 19.05.17 - 19:00


Im Mittelpunkt von Michael Beutlers Arbeiten steht stets eine Protomaschine, mit der Materialien bedruckt, geknäult, umwickelt, gefalzt oder gewebt werden. Mit ihnen produziert er Installationen, die Architekturen betonen, kommentieren, neue Aspekte sichtbar machen. Steht die Maschine still, wird sie selbst zum skulpturalen Element der Gesamtinstallation und bezeugt den Produktions-prozess. In der aktuellen Ausstellung in der Galerie Bärbel Grässlin ist die Situation nun umgekehrt. Hier zeugen Skulpturen, Materialien, Skizzen, Modelle und Fragmente von abgeschlossenen, zukünftigen und potentiellen Arbeiten.

So wird etwa der Galerieraum durch Michael Beutlers Skulpturen aus Papierwürsten strukturiert. Sie bestehen aus zu Quadern komprimierten Papieren, die über die letzten drei Jahre bei seinen Ausstellungen in Brüssel, Nottingham und Bristol mit Hilfe einer Apparatur, die an einen horizontalen Rammbock erinnert, produziert wurden. An der Rückwand des Galerieraumes sind Entwürfe, Materiallisten, Ablaufpläne und Konzeptskizzen auf Papieren zu sehen, die ebenfalls in Nottingham entstanden sind. Auch tummeln sich im Raum Lampen, deren Füße mit Garn umwickelt sind, wie Michael Beutler es schon bei einer seiner ersten Einzelausstellungen 2003 in der Galerie Michael Neff gemacht hat. Das Papier der Lampenschirme wurde während eines Workshops in Japan ebenfalls mit Hilfe einer eigens entwickelten Druckmaschine produziert. So funktioniert die Ausstellung nicht als Rückblick auf Maschinen, Raumkonstruktionen und Arbeiten, die bereits realisiert wurden, sondern macht vielmehr das gleichzeitige Vor- und Zuhandensein seiner Techniken und Materialien sichtbar.

Michael Beutler bespielte letztes Jahr mit seiner Ausstellung Moby Dick die Haupthalle des Hamburger Bahnhofs in Berlin. In diesem Sommer nimmt er zum ersten Mal an der Biennale in Venedig teil. In einem der oberen Kuben der Galerie befindet sich das Modell für die in Bassins schwimmende Werfthalle, die er dort im Außenbereich des Arsenale realisierte. Der gesamte Bau ist, entsprechend japanischer Bauphilosophie, ohne Verwendung von Nägeln oder Schrauben zusammengefügt. Seine Dimensionen lassen sich anhand der Fassadenfragmente nachvollziehen, die an den Glasscheiben des Raumes lehnen. Die Wände des Gebäudes sind aus dünnen Holzstreifen gewoben, die das Licht und die Luft hindurchlassen. So wurde nicht nur verhindert, dass sich das schwimmende Haus durch den Wind zu stark bewegt, es wird auch eine Verbindung zwischen Innen- und Außenraum hergestellt. (Marina Rüdiger)

Herbert Brandl - Ohne Titel, 2017, Öl auf Leinwand, 400 x 500 cm

Herbert Brandl - Ohne Titel, 2017, Öl auf Leinwand, 400 x 500 cm

Herbert Brandl

14.03.17 - 06.05.17

Eröffnung 11.03.17 - 11:00



Galerie Bärbel Grässlin zeigt die neuesten Arbeiten von Herbert Brandl. Großformatige Malereien von Wildtieren, Kristallen und dem Matterhorn. Schwarz auf Weiß. Der Strich ist schnell und entschieden. Der breite Pinsel drückt sich mal durchsättigt- tiefschwarz auf der Leinwand ab, mal scheint er sie trocken zu streifen. Forsch produziert er Tiefe und Volumen. Schmale flinke Linien bezeichnen die Konturen und Details. Die weiß grundierte Leinwand erlaubt keine Retusche, verzeiht kein Zögern. Präzise sind Tierkörper und Mineralien auf die Leinwand gesetzt. Die Motive sind auf das Wesentliche reduziert. Nur wenige Indizien verweisen darauf, wo sie herkommen und wo sie stehen. Die Raubtiere sind nicht in Angriffsposition. Sie blicken, entspannt aber wachsam, in die Ferne, aus der Leinwand heraus oder sich gegenseitig an. Was ihren physischen Ausdruck nicht stützt, entzieht sich – löst sich auf in abstrakter Malerei. Daneben steht stoisch und einsam das Matterhorn. Hier zeigt sich die Erhabenheit der Natur – nicht romantisch, sondern karg und unnahbar.

Herbert Brandl ist seit den 80er Jahren Künstler der Galerie Bärbel Grässlin. Mit seinen großformatigen gesten- und farbgewaltigen Ölgemälden war er bereits auf der documenta 9 zu sehen und bespielte 2007 den Österreichischen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Das Spiel mit der Figuration, die sich je nach Betrachterstandpunkt dem Blick mal mehr, mal weniger offenbart, war bereits Teil von Herbert Brandls letzter Ausstellung in der Galerie Bärbel Grässlin. Hier steht sie kraftstrotzend und konsequent im Mittelpunkt.
Marina Rüdiger

Stefan Müller - Ohne Titel, 2016, Acryl auf Leinwand, 70 x 50 cm

Stefan Müller - Ohne Titel, 2016, Acryl auf Leinwand, 70 x 50 cm

Stefan Müller

21.01.17 - 04.03.17

Eröffnung 20.01.17 - 19:00


Stefan Müllers Bilder sind direkt. Vordergründig wirken sie leicht. Vielleicht liegt das an Müllers Nähe zur Musik. Denn Müller fand sein Interesse an der Kunst im Proberaum. Als alle gemeinsam gejammt haben, mit einem Finger an der Gitarre, stundenlang. Ein bisschen miteinander, ein bisschen gegeneinander – Melodien kollidieren lassen, sich gegenseitig kommentieren lassen und sich treiben lassen mit der Musik.
Müller tränkt und bleicht den Malgrund, wischt mit ihm den Boden, frottiert Dinge in ihn hinein oder lässt ihn über Gegenständen trocknen, sodass sie sich darauf abbilden. Diese Spuren zeigen sich als Male, wenn der Keilrahmen bespannt wird. Er gibt dem Stoff nicht nur seine Form, sondern zeichnet sich auch selbst darauf ab. Einige Leinwände haben Wetter abbekommen, andere tragen Risse, die das Dahinter durchblitzen lassen. Leinwand und Keilrahmen sind so nicht nur die Träger des Bildes, sondern werden ein Teil davon. Müller reagiert darauf kontrolliert und intuitiv. Kreise, Kringel, Linien, Kleckse und Farbflächen lässt er mit und gegen die Gegebenheiten des behandelten Untergrunds arbeiten. Dabei machen Müllers Farbaufträge aus Acryl und Öl, aber auch die Interventionen mit Markern und Eddings, seine Gesten sichtbar.
Müllers neue Bilder zeichnen sich dadurch aus, dass sie vielschichtiger sind, der Keilrahmen schimmert kaum noch durch, ihre Oberfläche scheint teilweise geschlossen. Mal dominiert eine strahlende Farbigkeit, mal ist diese bewusst von grauweißen Tönen gedämpft. Figuren werden angedeutet und verlieren sich in Malerei. Gestischen Linien gibt Müller Raum und bremst sie wieder aus. Müller verbringt immer mehr Zeit mit seinen Bildern, stellt sie weg und arbeitet weiter, da sie immer wieder etwas Neues fordern, weil er ihnen immer wieder neu gegenübertritt.

Helmut Dorner- "ngm“, 2016, Öl auf Holz, 39,5 x 46 cm

Helmut Dorner- "ngm“, 2016, Öl auf Holz, 39,5 x 46 cm

Helmut Dorner

12.11.16 - 14.01.17

Eröffnung 11.11.16 - 19:00


Helmut Dorners Bilder heben sich von der Wand ab oder werden vielmehr durch ihr Material von der Wand abgehoben. Es verführt dazu, den Malgrund auf Stelzen montiert zu sehen, offenbart aber auch, dass diese Stelzen wiederum einen Grund haben. Auf diesen Architekturen ruht der Bildraum. Im Gegensatz zu Gemälden auf Leinwänden, die den Druck der malerischen Geste aufnehmen und federn, stemmen sie sich diesem entgegen. Sie tragen die Farbe, welche ihrerseits nicht nur Farbgeber, sondern ebenso ein solider Farbkörper ist. Seine Form wird von einem schmiegsamen großzügigen Strich bestimmt. Die Malmasse schluckt durch ihre pastose Konsistenz und ihre Farbigkeit das Licht, das sie anzieht. Die Farben sind nicht gedeckt, jedoch kommen Blau, Orange, Rot, Lila und Rosa auch nicht kräftig daher. Es sind Töne, die den Produktionsmodus wiedergeben, die Stimmung des Lichts, des Tags und des Malers. Mal nehmen sie abstrakte Formen an, mal zeigen sich diese Formen durch ihren vermeintlichen Umraum. Die Arbeit mit dem Licht, das vom Bild nicht abgestoßen, sondern angezogen wird, wie auch das Format provozieren Annährung und damit Intimität
(Marina Rüdiger)