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Michael Beutler

20.05.17 - 17.06.17

Eröffnung 19.05.17 - 19:00


Herbert Brandl - Ohne Titel, 2017, Öl auf Leinwand, 400 x 500 cm

Herbert Brandl - Ohne Titel, 2017, Öl auf Leinwand, 400 x 500 cm

Herbert Brandl

14.03.17 - 06.05.17

Eröffnung 11.03.17 - 11:00



Galerie Bärbel Grässlin zeigt die neuesten Arbeiten von Herbert Brandl. Großformatige Malereien von Wildtieren, Kristallen und dem Matterhorn. Schwarz auf Weiß. Der Strich ist schnell und entschieden. Der breite Pinsel drückt sich mal durchsättigt- tiefschwarz auf der Leinwand ab, mal scheint er sie trocken zu streifen. Forsch produziert er Tiefe und Volumen. Schmale flinke Linien bezeichnen die Konturen und Details. Die weiß grundierte Leinwand erlaubt keine Retusche, verzeiht kein Zögern. Präzise sind Tierkörper und Mineralien auf die Leinwand gesetzt. Die Motive sind auf das Wesentliche reduziert. Nur wenige Indizien verweisen darauf, wo sie herkommen und wo sie stehen. Die Raubtiere sind nicht in Angriffsposition. Sie blicken, entspannt aber wachsam, in die Ferne, aus der Leinwand heraus oder sich gegenseitig an. Was ihren physischen Ausdruck nicht stützt, entzieht sich – löst sich auf in abstrakter Malerei. Daneben steht stoisch und einsam das Matterhorn. Hier zeigt sich die Erhabenheit der Natur – nicht romantisch, sondern karg und unnahbar.

Herbert Brandl ist seit den 80er Jahren Künstler der Galerie Bärbel Grässlin. Mit seinen großformatigen gesten- und farbgewaltigen Ölgemälden war er bereits auf der documenta 9 zu sehen und bespielte 2007 den Österreichischen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Das Spiel mit der Figuration, die sich je nach Betrachterstandpunkt dem Blick mal mehr, mal weniger offenbart, war bereits Teil von Herbert Brandls letzter Ausstellung in der Galerie Bärbel Grässlin. Hier steht sie kraftstrotzend und konsequent im Mittelpunkt.
Marina Rüdiger

Stefan Müller - Ohne Titel, 2016, Acryl auf Leinwand, 70 x 50 cm

Stefan Müller - Ohne Titel, 2016, Acryl auf Leinwand, 70 x 50 cm

Stefan Müller

21.01.17 - 04.03.17

Eröffnung 20.01.17 - 19:00


Stefan Müllers Bilder sind direkt. Vordergründig wirken sie leicht. Vielleicht liegt das an Müllers Nähe zur Musik. Denn Müller fand sein Interesse an der Kunst im Proberaum. Als alle gemeinsam gejammt haben, mit einem Finger an der Gitarre, stundenlang. Ein bisschen miteinander, ein bisschen gegeneinander – Melodien kollidieren lassen, sich gegenseitig kommentieren lassen und sich treiben lassen mit der Musik.
Müller tränkt und bleicht den Malgrund, wischt mit ihm den Boden, frottiert Dinge in ihn hinein oder lässt ihn über Gegenständen trocknen, sodass sie sich darauf abbilden. Diese Spuren zeigen sich als Male, wenn der Keilrahmen bespannt wird. Er gibt dem Stoff nicht nur seine Form, sondern zeichnet sich auch selbst darauf ab. Einige Leinwände haben Wetter abbekommen, andere tragen Risse, die das Dahinter durchblitzen lassen. Leinwand und Keilrahmen sind so nicht nur die Träger des Bildes, sondern werden ein Teil davon. Müller reagiert darauf kontrolliert und intuitiv. Kreise, Kringel, Linien, Kleckse und Farbflächen lässt er mit und gegen die Gegebenheiten des behandelten Untergrunds arbeiten. Dabei machen Müllers Farbaufträge aus Acryl und Öl, aber auch die Interventionen mit Markern und Eddings, seine Gesten sichtbar.
Müllers neue Bilder zeichnen sich dadurch aus, dass sie vielschichtiger sind, der Keilrahmen schimmert kaum noch durch, ihre Oberfläche scheint teilweise geschlossen. Mal dominiert eine strahlende Farbigkeit, mal ist diese bewusst von grauweißen Tönen gedämpft. Figuren werden angedeutet und verlieren sich in Malerei. Gestischen Linien gibt Müller Raum und bremst sie wieder aus. Müller verbringt immer mehr Zeit mit seinen Bildern, stellt sie weg und arbeitet weiter, da sie immer wieder etwas Neues fordern, weil er ihnen immer wieder neu gegenübertritt.

Helmut Dorner- "ngm“, 2016, Öl auf Holz, 39,5 x 46 cm

Helmut Dorner- "ngm“, 2016, Öl auf Holz, 39,5 x 46 cm

Helmut Dorner

12.11.16 - 14.01.17

Eröffnung 11.11.16 - 19:00


Helmut Dorners Bilder heben sich von der Wand ab oder werden vielmehr durch ihr Material von der Wand abgehoben. Es verführt dazu, den Malgrund auf Stelzen montiert zu sehen, offenbart aber auch, dass diese Stelzen wiederum einen Grund haben. Auf diesen Architekturen ruht der Bildraum. Im Gegensatz zu Gemälden auf Leinwänden, die den Druck der malerischen Geste aufnehmen und federn, stemmen sie sich diesem entgegen. Sie tragen die Farbe, welche ihrerseits nicht nur Farbgeber, sondern ebenso ein solider Farbkörper ist. Seine Form wird von einem schmiegsamen großzügigen Strich bestimmt. Die Malmasse schluckt durch ihre pastose Konsistenz und ihre Farbigkeit das Licht, das sie anzieht. Die Farben sind nicht gedeckt, jedoch kommen Blau, Orange, Rot, Lila und Rosa auch nicht kräftig daher. Es sind Töne, die den Produktionsmodus wiedergeben, die Stimmung des Lichts, des Tags und des Malers. Mal nehmen sie abstrakte Formen an, mal zeigen sich diese Formen durch ihren vermeintlichen Umraum. Die Arbeit mit dem Licht, das vom Bild nicht abgestoßen, sondern angezogen wird, wie auch das Format provozieren Annährung und damit Intimität
(Marina Rüdiger)

Tobias Rehberger

Something else is possible

24.09.16 - 05.11.16

Eröffnung 23.09.16 - 19:00


Tobias Rehberger gibt ein Heimspiel in Frankfurt – in der Galerie Bärbel Grässlin, in der einst alles begann. Was er zeigt, sind grelle Neonreklamen, eine Wandmalerei und eine Vielzahl von Aquarellen – Statements, die allerlei ins Wackeln bringen.
Im Hauptraum flackern elf Neonleuchtreklamen. Die Werber, bekannt aus dem kuriosen Einzelhandel, dem zwielichtigen Gewerbe, dem Showbusiness aber auch aus der Kunst von Bruce Nauman geben widersprüchliche Informationen. Ein Elefant changiert zwischen „I’m doing it just because of the coal“ und „I’m just doing it because of the booze“, ein Bett zwischen „Buy a Bed“ und „Get free One Night Stand“. Aus „Never“ wird „Ever“ aus „Start“ wird „Stop“ oder andersrum. Das Flackern, das so auch zufällig im Außenraum oder in schlecht gewarteten Ausstellungen gefunden werden kann, betreibt im Galerieraum Werbung für die eigene Sache.
Das Graffiti ist präzise aus dem verwitterten ‚da Draußen’ in den Galerieraum übertragen. Jede Schicht eines solchen Wandbildes verweist auf einen anderen Urheber, ist dessen Botschaft oder die Reaktion auf das zuvor Gesprayte. Über die Werbung für An(g)us Steak ist „GUS“ gesprüht, der Name eines Charakters aus der amerikanischen Serie Breaking Bad. Er baute sich ein Hühnchenimperium auf und nutzte seine etablierten Transportwege, um Cristal Meth an den Mann und die Frau zu bringen. Es ist aber auch die Abkürzung der „Gemeinschaft Unabhängiger Staaten“, ehemaliger Teilrepubliken der Sowjetunion, die nach dem Niedergang der Sowjetunion einen gemeinsamen Wirtschafts- und Sicherheitsraum gründeten. Darüber steht in dünner Schrift „Deine Mutter arbeitet bei Nordsee als Geruch“. Es wird also zu einigen Abschweifungen eingeladen. Die Arbeiten treffen sich jedoch auf ihrer Humorfrequenz. Die Aquarelle aus unterschiedlichen Zeiten wirken daneben in ihrer Petersburger Hängung als Mini Retrospektive. Sie zeigen eine Art ‚was bisher geschah’ zu dem Spektakel, das sich auf dem Parkett abspielt.
Tobias Rehberger gewann auf der Biennale 2009 für die Gestaltung seines Cafés Was du liebst, bringt dich auch zum Weinen den goldenen Löwen. Mit seinen Rauminstallationen bringt er immer wieder den Betrachterstandpunkt zum Wackeln und seine „disabled sculptures“ erheben den scheinbaren Makel zur Funktion. Das Spiel zwischen angewandter und autonomer Kunst ist sein Heimatrasen und „SOMETHING ELSE IS POSSIBLE“ der Wegweiser durch die aktuelle Ausstellung.