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Laura Schawelka - Installationsansicht FILIALE

Laura Schawelka - Installationsansicht FILIALE

Laura Schawelka

Sundries

08.04.17 - 22.07.17

Eröffnung 07.04.17 - 19:00


Eine Fototapete zeigt das Relief eines aufgeborstenen Granatapfels, darauf ein Kopfstützenmonitor auf dem das Still eines Apfelbaums zu sehen ist. Ein weiterer Monitor zeigt Aufnahmen von Schaufensterpuppen, Muscle Milk und die gewellte Fotografie eines Models. Diese Bilder verflüssigen sich zu einer viskosen Masse und weichen einer saftigen Paprika, die daraus auftaucht. Hände spielen mit einem Glibber, der sich jedoch nicht materialisiert, sondern als Projektionsfläche eines sinnlichen Stilllebens dient. Oder schaut man durch den Glibber auf das, was dahinterliegt? Diese Verunsicherung dominiert die Ausstellung Sundries (zu deutsch Diverse). Was ist Motiv und was Ornament, was Projektionsfläche, was Bildinhalt, was Bildträger und was Bild, was Skulptur und was Sockel? Katalysiert wird diese Irritation durch eine Ästhetik aus dem Bereich der Werbung, die mit ihrem Sujet bricht. Hochauflösende Aufnahmen machen poröse, porige, runzelige, perlende, knackige, cremige Oberflächen zu visuellen Verführern. Laura Schawelka spielt mit der Materialität ihrer Objekte und stellt so deren skulpturale beziehungsweise malerische Qualität in den Mittelpunkt. Der Monitor fungiert als Bilderrahmen, der Glibber wird befühlt und hat doch keinen eigenen Körper. Die Kamine geben Halt und funktionieren doch als eigenständige Skulpturen. Der trockene Orangenbaum wird zum Memento Mori und die Büste von Louis Jacques Mandé Daguerre verschwindet hinter der Verehrung einer wohlproportionierten namenlosen Dame. (Marina Rüdiger)

Rachel vom Morgenstern - Ohne Titel, 2017 Sprühfarbe auf Tüll, 200 x 150 cm

Rachel vom Morgenstern - Ohne Titel, 2017 Sprühfarbe auf Tüll, 200 x 150 cm

Rachel vom Morgenstern

Masophit

17.02.17 - 01.04.17

Eröffnung 17.02.17 - 19:00


Die FILIALE zeigt MASOPHIT – Arbeiten von Rachel von Morgenstern. Mesophyte sind Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen. Was das mit den Arbeiten Rachel von Morgenstern zu tun hat bleibt im Verborgenen. Es ist ein textueller Gedanke zu den Bildern.

Der virtuelle Raum ist ein Raum, der über den Bildschirm erfahren wird. Er fungiert als Fenster, innerhalb dessen Bilder durch Licht generiert werden. Rachel von Morgensterns Arbeiten weisen Verwandtschaften zu diesen Bildern auf. Sie arbeitet mit den Bedingungen der Wahrnehmung, mit der Materialität von Farbe und deren Untergründen. Licht spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie bringt ihre Malerei auf Leinwand, Fliegengitter und Tüll. Sie pinselt nicht. Sie sprayt, tröpfelt, spachtelt und schabloniert verschiedene Konsistenzen von Farbe auf die Bildträger. Dabei spielt sie mit deren Transparenz: Sie lässt die Malerei auf dem feinen Tüll schweben und baut massive Farbstrukturen auf solide Fliegengitter. Beide Materialien sind transparent, sie lassen den Keilrahmen durchscheinen, geben der Malerei einen leichten Halt, lassen aber auch Licht hindurch und ermöglichen ihrer Rückseite, auf die Wand abzustrahlen. Sie werden aber auch selbst als bildnerisches Element eingesetzt. Geknüllt, gefaltet und eingefärbt übersetzt Rachel von Morgenstern das Material in die Malerei und sägt damit an deren Ast, der Leinwand, auf der sie zu sitzen beliebt. Das Resultat ist kein Absturz, sondern ein Sprung, in dessen Schwebemoment Rachels Arbeiten einen Einblick erlauben, ohne ihn greifbar zu machen.

Rachel von Morgenstern studierte bis 2013 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach bei Gunter Reski und schloss 2015 ihr Postgraduiertenstudium bei Franz Ackermann an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe ab.

Martin Kähler

Ridotto al Massimo

09.12.16 - 11.01.17


Martin Kähler findet seine Materialien auf Baustellen. Hierbei geht es nicht allein um die Dinge, die man wegtragen kann, sondern auch um die pragmatischen Installationen und ästhetischen Momente, die der eigene Rhythmus der Baustelle hervorbringt. Bauwerke streben Schicht für Schicht in die Höhe, während drum herum die Baumaterialien lagern, bereitgestellt, weggelegt oder- geworfen werden. Abraumspuren, die von der Baustelle weg- und zu ihr hinführen, setzen den Straßenbelag mit Staub zu. Es entstehen sich stets wandelnde Installationen, die eigentlich nur die intentionslose Dokumentation handwerklicher Arbeit sind. Martin Kähler eignet sich diese Materialien und Prozesse an. Seine Skulpturen und Objekte entstehen in direkter Konfrontation mit dem Material, er nimmt es in die Hände. Was zur künstlerischen Arbeit wird und was nicht ist dabei nicht vorherzusehen. Denn auch wenn ein klares Ziel verfolgt wird, so sind es oft die Dinge, die am Rand seiner Baustellen entstehen, die sich bei genauerem Hinsehen als die eigentliche Arbeit entpuppen. Es geht um gekonntes Scheitern und um das Festhalten zufälliger Konstellationen, deren Moment sich nur schwer reproduzieren lässt. Im Gedanken hängt er dabei am italienischen Begriff Sprezzatura, der sich nicht wörtlich ins Deutsche übersetzen lässt. Er bezeichnet die augenscheinliche Leichtigkeit, mit der ein Könner komplexe Situationen meistert, ohne sich eine Anstrengung anmerken zu lassen.

Sonderbesichtigungstermine:
28.01.2017, 04.02.2017, 11.02.2017, 11:00 – 15:00 Uhr