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Su Blackwell - White Flowers, 2017

Su Blackwell - White Flowers, 2017

Buchwelten

01.10.17 - 04.02.18

Eröffnung 01.10.17 - 11:00


Zeitgenössische Künstler, die sich in ihrem Werk mit Natur und Landschaft auseinandersetzen, richten ihren Fokus immer wieder auf das Buch und die Schrift als Ausdrucksform. Aus beschriebenen Seiten oder geschnitzten Büchern werden Landschaften komponiert und aus natürlichen Materialien entstehen Buchobjekte. Bücher und Schriften eröffnen dem Leser Bilder, Panoramen, geradezu unendlich viele „neue Welten“. Diese Landschaften erkennen die Künstler auch in den Objekten selbst: In deren Bearbeitungen kommen verschiedene naturhafte Szenarien zum Vorschein wie Horizontlinien, Berge, Täler, Schluchten und Wiesen. Märchen und Geschichten finden ihren bildhaften Ausdruck in Skulpturen, die aus den Buchseiten erwachsen oder in Büchern aus Glas, die in ihrer transparenten Anmutung verwunschene Wälder und das tiefe Meer sichtbar werden lassen. Gedruckte Textpassagen berühmter literarischer Werke werden in Aquarelle übersetzt, die den Grenzbereich zwischen Wort und Bild überspannen. Werden Wörter oder ganze Sätze auf Buchseiten übermalt, ergeben die stehen gelassenen Worte völlig neue bildstiftende Inhalte und muten wie Wort-Landkarten an. Auch das zerstörerische Zusammenspiel zwischen dem Buch und dem Element Feuer wird in der zeitgenössischen Kunst reflektiert: verbrannte Bücher werden zu eindrucksvollen Bildern für ihre Gefährdung durch Mensch und Natur. Ebenso die Frage, ob das Buch ein dauerhafter Begleiter der Menschheit bleibt oder ob es als Kulturgut schon längst „unter Naturschutz“ stehen sollte, beschäftigt die Künstler. So wird das Museum Sinclair- Haus durch diese Ausstellung zu einer universellen Bibliothek, in der unterschiedlichste künstlerische Ausdrucksformen ihren Raum haben.

Künstlerinnen und Künstler: Su Blackwell, Jonathan Callan, Thimo Franke, Hubertus Gojowczyk, Sharka Hyland, Anish Kapoor/Brighten the Corners, Gunther Keusen, Anselm Kiefer, Cornelia Konrads, Alicja Kwade, Guy Laramée, John Latham, Alicia Martín, Michael Merkel, Nanne Meyer, Hannes Möller, Lori Nix, Katie Paterson, Max Schmelcher, irem Tok, Stephanie Wolff, Peter Wüthrich, Yi Sun. Mit Leihgaben aus der Hohenheimer Holzbibliothek (Xylothek).

Werner Henkel - o.T., gerollte Silberpappelblätter, 2014, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Werner Henkel - o.T., gerollte Silberpappelblätter, 2014, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Nach der Natur

Material, Form, Struktur

25.06.17 - 10.09.17


Mit dieser Ausstellung nimmt das Museum Sinclair-Haus Künstler in den Blick, die ihr Arbeitsmaterial direkt in der Natur finden oder sich von ihren Erscheinungsformen unmittelbar inspirieren lassen. Dabei bietet die Natur einen scheinbar unerschöpf-lichen Fundus an Werkstoffen, wie Holz, Blütensamen oder Federn und Elemente wie der Wind werden als Komponist eines Bildes eingesetzt. Form und Formbildung spielen hier eine große Rolle. Einige Künstler orientieren sich an der von der Natur gegebenen Form, andere erschaffen daraus neue, wesensfremde Objekte. Die spezifischen Eigenschaften der Materialien sind oft unabdingbarer Wesenszug der Arbeiten, wie beispielsweise die Fragilität von Blütensamen. Was aber bedeutet heute das Siegel „natürlich“ – wo liegt die Grenze zwischen „echt“ und „künstlerisch“, zwischen „unecht“ und „authentisch“. Auch diese Frage spielt in der Ausstellung eine wichtige Rolle. Prof. Markus Holzbach und die Studenten vom Institut für Materialdesign an der Hochschule für Gestaltung in Offenabch werden mit eigenen Objekten auf die Arbeiten der Künstler reagieren und die natürlichen Materialien, die Formen und Strukturen hinterfragen.

Thomas Wrede, Achterbahn-Ruine („Wilde Maus“), 2013, Ausschnitt, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Thomas Wrede, Achterbahn-Ruine („Wilde Maus“), 2013, Ausschnitt, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Thomas Wrede

Modell Landschaft

12.03.17 - 05.06.17


Auf der dänischen Insel Samsø entstehen Anfang der 1990er Jahre Fotografien einer sterbenden Landschaft, deren Oberfläche von landwirtschaftlich genutzten Kunststoffbahnen entstellt wurde. Wrede zeigt hier gleichermaßen das Hässliche und das Pittoreske dieser von Plastikfolien durchwirkten Landschaft. 1994 hält er in großformatigen Schwarz-Weiß-Arbeiten die Abdrücke des Aufpralls von Vögeln auf Fensterscheiben fest, die wie Geister zwischen dem Hier und dem Jenseits, zwischen dem Moment und der Unendlichkeit zu schweben scheinen.

Schließlich beginnt Wrede zunehmend die Grenze zwischen Abbild und Wirklichkeit zu suchen. Die Welt wird in seinem Werk mehr und mehr als eine Art Modellbausatz wiedergegeben, als eine große Inszenierung im kleinen Maßstab, zwischen Idyll und Katastrophe. In seinen „Real Landscapes“ werden etwa Spielzeugautos und kleine Modellhäuser auf den Stränden der Nordseeinseln und Sandgruben so platziert, dass aus einer Pfütze ein See und aus einem Erdhaufen ein Gebirge entsteht. Die fotografische Täuschung seiner Scheinwelten wird nicht durch digitale Bearbeitung, sondern durch das Fehlen von Größenverhältnissen in der realen Landschaft hervorgerufen. In weiteren fotografischen Serien zeigt Thomas Wrede den Versuch des Menschen, in Freizeitparks „realistische“ Landschaften zu bauen und alltäglichem Wohnraum durch Naturtapeten Weite zu geben. Die „Seascapes“ schließlich, Fotografien von sommerlichen Strandszenen, wirken irritierend inszeniert und unwirklicher als die „Real Landscapes“. Und genau durch dieses verwirrende Wechselspiel von „Schein“ und „Sein“ weist Thomas Wrede mit seinem Werk sukzessive darauf hin, dass unser stets individuelles Bild von der Realität letztlich von der jeweiligen Perspektive abhängt.

Dietmar Busse - December 6, 2002' (self-portrait). © Busse, Dietmar

Dietmar Busse - December 6, 2002' (self-portrait). © Busse, Dietmar

Die zweite Haut

16.10.16 - 17.02.17

Eröffnung 16.10.16 - 11:00


Die Ausstellung im Museum Sinclair-Haus untersucht und verbildlicht auf vielfältige Weise, was es bedeuten kann, sich eine fremde, „Zweite Haut“ überzustreifen – um sich damit von der Natur abzugrenzen und sich gleichermaßen mit ihr zu verbinden.
Obwohl Kleidung eine künstlich geschaffene Hülle des Menschen ist, so wird sie doch als gleichsam zugehöriger Bestandteil des Körpers wahrgenommen. Sie ist als ständiger Begleiter des Menschen zu einem Symbol desselben geworden. Der physisch präsente Körper drückt seine einzigartige Form und Gestalt in der Kleidung ab – ist er abwesend, bleibt sie gleich einem Negativ zurück als Spur und Beweis seiner ehemaligen Präsenz.
Aber unsere Hüllen – sowohl die Haut als auch die Kleidung – können auch trügerisch sein: An diese „Deckmäntel“ erinnern auch verzauberte Figuren aus alten Märchen von den Gebrüdern Grimm wie den Froschkönig oder den in einen Bären verwandelten Prinzen aus Schneeweißchen und Rosenrot. Unsere Oberfläche kann letztlich etwas ganz Anderes verbergen als das, was sie suggeriert. Dieses Wechselspiel zwischen Schein und Sein, das mit der Kleidung gespielt wird, greifen auch die Künstlerinnen und Künstler in ihren Werken auf.

Apfel, 1994 © Karin Kneffel, VG Bild-Kunst 2016

Apfel, 1994 © Karin Kneffel, VG Bild-Kunst 2016

Sünde und Erkenntnis

Die Frucht in der Kunst

17.07.16 - 25.09.16


Früchte sind in ihrer Gestalt, Haptik, Farbe und mit ihren Düften in höchstem Maße anziehend und sprechen alle Sinne an. Es erscheint daher kaum verwunderlich, dass das Paradies in der Bibel als ein blühender Garten mit unzähligen Obstbäumen dargestellt ist. Und bis heute ist der Apfel, von dem Adam und Eva kosteten, ein Symbol für Sünde und Erkenntnis gleichermaßen. Genauso vielfältig wie der Formenreichtum von Früchten selbst ist ihre Darstellung in der Kunst. Seit jeher zeigen Künstlerinnen und Künstler Früchte als Zeichen für Leben und Vitalität, aber auch für Vergänglichkeit und Verfall. Das Museum Sinclair-Haus stellt die weltweit einzigartige Sammlung von Prof. Dr. Rainer Wild aus, die das Motiv der Frucht in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in den Fokus genommen hat.